
Die Marken nachhaltig stärken
30 Jahre Markenförderung, 100. Handels-Forum Food: Zum
Jubiläum hat MARKANT eine Studie zur Zukunft der Marke
präsentiert. Auf dem Kongress am Abend des ersten
Messetages referierten hochrangige Redner zum Thema.
Die Zukunft der Marke, die Marke der Zukunft: Unter diesem Motto hat MARKANT in Karlsruhe ihr 100. Handels-Forum Food veranstaltet. 30 Jahre Markenförderung sprechen für sich, und so betonte Franz-Friedrich Müller, Geschäftsführer der MARKANT AG, auf dem abendlichen Plenum im Kongresszentrum: „Wir sind die einzige Handelsorganisation, die es noch schafft, an zwei Tagen die Entscheider aus Handel und Industrie zusammenzubringen.“
Kooperation als Königsweg
„Dienstleistungen und Prozessoptimierung durch rückwärtige Dienste der MARKANT tragen zur Stärkung von Marken bei“, so Müller. Als „Königsweg“ zu unternehmerischem Erfolg bezeichnete er die Kooperation zwischen Handel und Industrie. Ziel sei die Förderung starker Marken, insbesondere in Zeiten eines immer größer werdenden Wettbewerbs mit dem Discount. „Handelsmarken bedrohen die Markenwelt“, zitierte Müller eines der Ergebnisse einer von MARKANT konzipierten Studie, durchgeführt von „Esch. The Brand Consultants“ und der GfK. „Wir alle, Industrie und Handel, sind Marken“, so Müller. Mit ihren Dienstleistungen wie beispielsweise MAPIS, ZAS und EDI sowie einer einheitlichen Datenbasis biete MARKANT beiden Seiten einzigartige Vorteile. Nicht umsonst würden Globus SB und Handelshof wieder unter das Dach der MARKANT zurückkehren: „Die Gründe hierfür liegen auf der Hand“, so Müller.
Werte als Erfolgsfaktoren
Wie wichtig Werte wie Kooperation und Glaubwürdigkeit für Markenartikler und Händler sind, machte Anselm Bilgri in seinem Vortrag deutlich. Der ehemalige Prior im Kloster Andechs ist Experte für wertorientierte Unternehmensführung. „Das Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Unternehmen spielt eine bedeutende Rolle“, so Bilgri. In Anlehnung an die Glaubenslehre der Benediktiner stellte Bilgri drei Werte vor, die erfolgreiches unternehmerisches Handeln begünstigten: „Erstens Achtsamkeit, also hineinhören in den Markt und mit dem Kunden kommunizieren. Zweitens Demut, der Wille zur Dienstleistung und Problemlösung. Drittens Sinnstiftung, also die Gabe der Unterscheidung verschiedener Potenziale von Menschen.“ Gelinge es Unternehmen, durch Authentizität und Werteorientierung das Vertrauen der Verbraucher zu erlangen, sei dauerhafter Erfolg möglich.
Wachstum als Euro-Rettung
Über Möglichkeiten, die krisengeschüttelte Europäische Union wieder in die Erfolgsspur zu führen, referierte Günter Verheugen, ehemals Mitglied der EU-Kommission. Sein Credo angesichts der Schuldenkrise: Mit Wachstum zurück zum Erfolg. „Doch Wachstum erzeugen wir nicht auf Finanzmärkten, sondern durch starke Unternehmen“, so Verheugen. Auf den Märkten in China, Indien, Brasilien und in Afrika seien europäische Marken äußerst erfolgreich. „Über unsere Marken bildet sich ein globaler Lifestyle-Trend. Mir ist nicht bange, solange Europa diesen Vorsprung hat und definiert, was ,in‘ ist“, so Verheugen. Gleichzeitig warnte der Politiker vor der Überregulierung der Märkte und einer Politik des Sparens: „Reine Sparprogramme sind kontraproduktiv und führen zu einer Spirale nach unten“, so Verheugen. Das Ziel müsse eine Wachstumsstrategie für Europa sein, gepaart mit Instrumenten, die eine Stabilisierung Europas bewirkten. Angesichts der Schuldensituation in einigen Ländern Europas mache es jedoch derzeit keinen Sinn, auf einen Befreiungsschlag zu warten. „Was wir jetzt brauchen, ist starke Führung“, sagte Verheugen.
Studie als Wegweiser
Den rund 1.500 auf dem Kongress anwesenden Führungskräften aus Industrie und Handel zeigte Professor Franz-Rudolf Esch die Ergebnisse der von MARKANT in Auftrag gegebenen Studie „Die Zukunft der Marke, die Marke der Zukunft“ auf. Befragt wurden Experten aus Handel, Markenartikel-industrie und Wissenschaft sowie Verbraucher. Hierbei standen vor allem die Unterschiede in der Entwicklung von Hersteller- und Handelsmarken im Vordergrund (siehe Key-Facts auf dieser Seite). Herstellermarken profi tieren laut Esch vor allem von ihrer emotionalen Kompetenz: „Starke Marken vermitteln starke Bilder. Sie sind für den Kunden ein zentraler Orientierungsanker.“ Starke Marken treten laut Esch glaubwürdig und authentisch auf. „Sie erzählen Geschichten und wecken Emotionen“, so der Marktforschungs-Experte.
Maffay als Einheizer
Für Emotionen bei den Besuchern des Jubiläums-Forums sorgten bekannte Stars. SWR3- Comedian Christoph Sonntag lockerte den Kongress mit Auszügen aus seinem Programm auf. Nach dem Dinner heizte Peter Maffay den Entscheidern aus Handel und Industrie kräftig ein. „Ich verstehe gar nicht, wie ihr es jetzt hier noch mit Krawatte aushaltet“, ermunterte der mehrfach mit Echo und Bambi ausgezeichnete Superstar die Gäste, sich von Schlips oder Fliege zu befreien. Mit Erfolg – was dem Rocker sichtlich imponierte. Die Kongress-Teilnehmer waren vom zweistündigen Auftritt Maffays durchweg begeistert. Weitere Show-Acts sowie eine kulinarische Zeitreise durch 30 Jahre Kochgeschichte rundeten die Jubiläums-Veranstaltung ab.


